Das Buchhörnchennest

Buchen musst du suchen … Zeugs, Bücher, Videospiele und sonst so

Wenn man 52 Wochen lang über Bücher bloggen kann, kann man auch 52 Wochen über Videospiele bloggen. Finde ich. Finden auch andere. Deswegen gibt es wohl auch bei Zockwork Orange ein neues Projekt namens 52 Games bei dem ich mich angemeldet habe und bei dem es – richtig – darum geht jede Woche ein Videospiel nach einem bestimmten Thema vorzustellen. Keine Sorge, ich werde jetzt nicht bei allem Mitmachen was sich in der Richtung anbietet, aber das hörte sich gut an und so habe ich auch endlich mal wieder Anregungen was ich bloggen kann.


52 Games – Thema 1 – Neubeginn

Mit dem Thema Neubeginn und Spiele bringe ich eigentlich hauptsächlich meinen Wieder-Einstieg in die Welt der Videospiele in Verbindung. Ich habe zu meiner Schulzeit – damals(tm) als ich noch Zeit und schnelle Finger hatte -recht viel gespielt. Hauptsächlich auf dem SNES und dem Gameboy, dann aber irgendwann aufgehört und abgesehen von ab und an mal einer Heft-CD auch nicht mehr wirklich gespielt. Jahrelang.
Irgendwann wollte ich dann während meines Studiums auf meinem langen Weg zur Vorlesung im Bus etwas Gameboy spielen. Aber mit meinem alten weißen Ziegelstein war das nicht so richtig witzig und auf dem Display gesehen hat man auch nicht so wirklich gut. Also habe ich mir einen Gameboy Advance ersteigert (in der Famicon-Edition) um darauf meine Gameboy Spiele zu spielen. Irgendwann war auch das mir zu langweilig, aber bevor der GBA wieder in der Ecke landen konnte habe ich beim großen Elektromarkt in der Stadt ein Gameboy Advance Spiel kaufen wollen. Und weil ich nicht viel Geld ausgeben wollte habe, ich einfach das günstigste genommen. Und das war Final Fantasy Tactics Advance (oder kurz: FFTA).

Ich weiß nicht ob ich den GBA nach 2 Stunden für immer weggelegt hätte wenn ich irgend ein 0815 Spiel genommen hätte, aber FFTA hat mich für Stunden in seinen Bann gezogen. Über 120 h. Und FFTA eröffnete mir auch die Möglichkeit auf einem kleinen Gerät ein so komplexes Spiel zu spielen. Sogar die eher spärliche Story fand ich toll, statt Orks und Elfen gab es einen Jungen der in der Realität gehänselt wurde und sich nun (und damit auch den Protagonisten) in der Fantasy Welt ‘festklammerte’ wo er jemand ist, anders als in der wirklichen Welt. Zudem kann ich Final Fantasy nur von dem 7 und 8 Teil auf dem PC und das Strategie-RPG Konzept war so auch mal was anderes als die normalen runden-basierten Kämpfen aus den anderen Teilen. Kurzum, die Sucht hatte mich gepackt und ich wollte immer mehr Spielen auf meinem kleinen neuen Gerät und später auch auf anderen Konsolen und Handhelds zu spielen. So war Final Fantasy Tactics Advance für mich ein Neubeginn.

Ich mache gleich mit der zweiten Buchaufgabe weiter bei dem 52 Wochen Buchprojekt.

#02 “Psssst: jetzt kommt ein Geheimnis!”

Bei dem Thema dachte ich eigentlich es geht mehr um Bücher die man nur mit Barzahlung im Buchhandel einer anderen Stadt (selbstverständlich immer noch mit Sonnenbrille und falschem Akzent) kauft um Sie dann in einer blickdichten Tasche klammheimlich nach Hause zu bringen und dort unter den Socken zu verstecken. Zum Beispiel Biographien aktueller Prominenter von denen man gerne behaupten würde man wisse gar nicht wer das ist. Aber es geht um Bücher mit dem Thema Geheimnisse. Und das ist einfacher.

Geheimes erinnert ja immer an Krimis und Thriller. Deswegen habe ich auch einen meiner Lieblingskrimis aus dem Regal gezogen. Das Buch heißt „Sag niemals ja“, ist geschrieben von J.M. Redmann und das dritte Buch ihrer Mickey Knight Reihe.

Mickey gerät dabei auf die Spur eines Ringes die Verbrechen an den Unschuldigsten verübt, nämlich Kindern. Nicht nur dass sie das Geheimnis eines der Opfer aufspürt, sie steigt auch Undercover ins Geschäft ein. Was ihre recht frische Beziehung zu Cordelia nicht leichter macht. Die Geheimnisse sind in diesem Fall düster und nur schwer zu ertragen, was das Buch zu einem sehr emotionalen, packenden Buch macht.

Gestern im Supermarkt.

Wir waren einkaufen, denn die Vorratsschränke waren leer und wollten befüllt werden. Im Angebot war auch Fruchtgummi. Meine Freundin hatte sich bereits ein paar Packungen für uns ausgesucht und schien fertig.

Sie: “Möchtest du auch Fruchtgummi haben?”

Ich: “Mmmh, ich schau mal was es so gibt.”

Sie: “Da unten sind grüne Frösche.”

Ich: “Hmmmm ..”

Ich suche, sie steht daneben.

Sie: “Nimm doch die grünen Frösche, die magst du doch gerne.”

Ich: “Ne, ich möchte lieber etwas saures haben.”

Ich ziehe eine Tüte mit Saurem Fruchtgummi aus einem Karton.

Sie: “…”

Ich: “…”

Sie (rhetorisch): “Kann ich noch eine Packung mit grünen Fröschen nehmen?”

Wieso sie die nicht gleich genommen hat? Keine Ahnung. Frauen! Und ich bin vermutlich genauso schlimm.

“52 Bücher” in eigentlich 52 Wochen. Gut, nun noch 40 Wochen für mich. Mit ein bisschen, okay, ziemlich viel Verspätung hab ich mich als Spätleserin beim Buch-Vorstellprojekt “52 Bücher” von Fellmonsterchen angemeldet, in dem man jede Woche ein Buch nach einem vorgegeben Thema vorstellen darf. Und da ich schon mal dabei bin, möchte ich auch gleich mit der ersten Woche anfangen.

#01 “Das Buch, das du zurzeit liest.”

Ich lese derzeit “Der dunkle Thron” von Rebecca Gablé. Ich bin ja ein großer Fan von Rebecca Gablé und habe alle ihre Bücher gelesen (auch die Krimis), teilweise sogar mehrfach (auch die Krimis). Das aktuelle Buch von ihr ist wieder ein historischer Roman der wie immer in England spielt, dieses mal zur Zeit von Heinrich Tudor, der mit den vielen vielen Frauen. Auch mit dabei ist wieder der aktuelle Adelssprössling aus dem Geschlecht der von und zu Waringham. Ich muss zugeben, ich mag, abgesehen von ersten Waringham-Roman, die anderen Bücher von ihr eigentlich lieber. Also die ohne Waringham Ritter. Da bildet bisher (bin so etwa bei der Mitte), auch dieses Buch keine Ausnahme. Schön ist es natürlich trotzdem, keine Frage und ich würde es mir auch immer wieder wünschen, aber warum es immer die Waringhams seien müssen … keine Ahnung.

Anmerkung am Rande, für Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs sind gebundene Bücher dieser Größe immer noch unpraktisch.

In etwas weniger als einem Monat, nämlich am 22.02.2012 beginnt die Passionszeit, bzw. auf evangelisch “7 Wochen Ohne“. Nachdem ich nun letztes Jahr wirklich ganz tapfer und vollständig auf Süßigkeiten verzichtet habe (okay, mit einer Ausnahme, da habe ich noch im Halbschlaf was Süßes vom Bäcker gekauft) denke ich nun darüber nach was ich dieses Jahr machen könnte.
Ich überlege das ja wieder zu machen, aber um ehrlich zu sein, das hat mich bei der Kuchen backenden Verwandschaft schon sehr unbeliebt gemacht (“Wie, du isst keinen Kuchen mit?!?!? Auch keine Plätzchen? Und der Nachtisch????”). Ich wollte eigentlich dieses Jahr auf Fleisch verzichten, das könnte aber den Urlaub etwas verkomplizieren. Videospiel-Verzicht wäre eine Alternative die ich aktuell in Betracht ziehe, dann muss ich auch weniger in den besagten Urlaub mitschleppen. Das Aktionsmotto “Sieben Wochen ohne falschen Ehrgeiz” kann ich irgendwie so schwer umsetzen. Ich könnte sieben Wochen versuchen mal die Dienstleistung meines Fitnessstudios ernsthaft in Anspruch zu nehmen. Oder was gesundes Essen. Ich könnte anfangen irgendetwas kluges zu lesen, z.B. jeden Tag ein Gedicht. Oder ein Märchen. Oder ein Stück aus einer Oper anhören. Ach ich weiß nicht.

Ich hab mich rar gemacht in letzter Zeit, jedenfalls als Blogschreiberin. Das wollte ich immer ändern, aber so richtig Zeit und vor allen Dingen auch den freien Kopf zum schreiben habe ich selten gefunden. Rückblickend verbinde ich das Jahr 2011 mit vielen schönen Dingen, aber vor allen Dingen auch mit Stress und wenig Zeit.

2011 bin ich umgezogen, habe meine Fern- zu einer Nahbeziehung gemacht, habe dadurch natürlich auch den Arbeitgeber gewechselt und habe einen großen Umzug hinter mir. Die 6 Stunden Zugfahrt die ich fast jedes Wochenende hatte, fehlen mir ein wenig, denn das war die Zeit wo ich lesen konnte, DS spielen oder wo ich mal Zeit fand ein wenig für meinen Blog vorzuschreiben.

Dafür habe ich natürlich viel gewonnen, insbesondere natürlich das Privileg mit dem Menschen den ich Liebe zusammen leben zu können. Aber Zeit, gehört nicht zu den Dingen, jedenfalls gefühlt.Wir sind immer noch viel unterwegs und haben auch mehr zu tun als zuvor. Und das wird wohl auch nicht besser.

Mit einem Blick zurück habe ich

– Viel Fantasy gelesen
Mit dem Rad der Zeit 1 bis 8 habe ich so viel Fantasy gelesen wie nie zuvor. Nebenbei immer mal wieder lesbische Gegenwartsliteratur, etwas Star Wars, aber hauptsächlich stand mir der Sinn eher nach Fantasy. Mal schauen wie sich das weiter entwickelt.

– Wenig portabel gespielt
Durch den Wegfall meiner Bahnfahrten, spiele ich auch seltener auf meinem DS oder nun 3DS. Dafür mehr zuhause, Uncharted 1 habe ich endlich durch bekommen, derzeit bin ich bei Assassins Creed 1, Super Paper Mario und etwas Fifa. So richtig viel Zeit habe ich aber auch dort nicht finden können. Auf dem Handheld wird Zelda gespielt, zwischenzeitig war es auch mal Final Fantasy Tactic Advance 2 und andere Titel, wobei das halt deutlich nachgelassen hat. Dafür gab es mit dem 3DS wenigstens einen neuen Handheld bei mir zuhause.

– Ich habe Glee auf dem TV für mich entdeckt
Ich liebe diese Serie heiß und innig. Außerdem bleibe ich natürlich noch Grey´s Anatomy treu und gucke derzeit How I Met Your Mother. Mord mit Aussicht gab es leider nur in der Wiederholung, aber auch das ist ja grandios.

– Am liebsten die Glee Cast CDs und Podcasts gehört
Viele Lieder kenne ich eigentlich nur über die Serie. Zudem mag ich Adele und immer noch meine Videospiel- und Filmsoundtracks. Highlight war da natürlich der letzte Harry Potter Soundtrack. Zudem war ich das erste mal in einer Wagneroper. 4 Stunden Dauerarien sind doch recht happig. Ansonsten habe ich eigentlich mehr Podcast gehört als Musik.

Für 2012 möchte ich wieder mehr bloggen. Ich würde auch gerne mal einen Podcast starten, habe aber Angst dass ich dafür auch nicht den Kopf und die Zeit habe, wobei vielleicht ist das ja einfacher kann, da man dort keine Worte niederschreiben muss.

Ich wünsche all meinen Leserinnen und lesen einen guten Rutsch ins neue Jahr und wir sehen uns dann 2012 wieder.

2011 31 Okt

Tee-Trinker-Stöckchen

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Bei abraxandria habe ich ein schönes Stöckchen zum Thema Tee gefunden und da ich Tee ja liebe, habe ich es mir einfach mal gekrallt, lag da ja so.

Also Tee …

1. Wie trinkst du Tee am liebsten?

Kommt auf den Tee an. Schwarzen Tee am liebsten mit Kluntje und Milch, die meisten anderen Teesorten pur, also ohne Süßungsmittel oder Milch.

2. Was sind deine Lieblingssorten?
Derzeit Darjeeling und und leicht limonige Kräuterteemischungen. Eine lange Zeit lang war es Rooibos Vanille.

3. Welche Sorten magst du nicht?
Tees mit Bananen-, Erdbeer oder Cocosgeschmack. Oder Teesorten mit zu viel Aroma. Ansonsten trinke ich fast alles.

4. Lieber Teemischungen oder Teebeutel?

Ich nehme eigentlich fast immer losen Tee.

5. Wann trinkst du Tee? Zu welchen Gelegenheiten?

Immer. Für mich ist Tee in der Regel meine Hauptflüssigkeitszufuhr. Ich trinke ihn bei der Arbeit, zum Frühstück am Wochenende, zwischendurch …

6. Wie und wann hast du das Teetrinken für dich entdeckt?

Keine Ahnung, meine Mutter hat uns schon immer Tee gemacht. Aktiv selbst gekauft habe ich ihn dann bei meinen ersten Praktikas im Studium.

7. Wie bewahrst du deinen Tee auf?

In kleinen Blechdosen.

8. Wo kaufst du deinen Tee?
In Drogeriediscounts, im Biosupermarkt, eigentlich da wo ich gerade eine leckere Sorte sehe, bzw. wenn ich gerade welchen nachkaufen muss.

9. Wie sieht deine Lieblingsteetasse aus?
Diese weiße Tasse mit roter Beschriftung ist meine Lieblingstasse.

10. Wie viele verschiedene Sorten hast du?
Bei der Arbeit je eine Sorte losen Schwarz-, Grün-, Früchte- und Kräutertee. Dazu dann Rotbuschtee und Kamille (ebenfalls lose) und noch was gegen Erkältung plus ein paar Beutel mit verschiedenen Wellnessstees. Also ungefähr 12 Stück. Zuhause haben wir (nach aktueller Zählung) ungefähr 18 verschiedene Teesorten stehen, auch die ganze Palette von verschiedenen Sorten Schwarz- und Kräutertees, Lapachotee, Grüner Tee, Früchtetee, Yogitee … was man eben für einen ausgewogenen Teehaushalt so benötigt.

a.) Nach kurzen literarischen Abstechern in andere Genre bin ich wieder beim Rad der Zeit Zyklus gelandet. Wieso habe ich mir nur das erste Buch von meinem Kollegen ausgeliehen? Ein echtes Suchtmittel. Mittlerweile bin ich bei Band 7 und immer noch gefesselt.

b.) Nach dem Buch werde ich aber wohl dann “Marie anderswie” von Carolin Schairer lesen. Das liest aktuell meine Freundin und danach darf ich. Ich freue mich drauf. Da kann zugegebenermaßen der Wiedergeborener Drache Rand (siehe Punkt a.) nicht ganz mithalten. Ich muss mich also beeilen.

c.) Aktuell spiele ich Super Paper Mario auf der Wii (ist nett, kann aber dem N64 Teil und den Mario und Luigi Teilen auf den Handhelds bei weitem nicht das Wasser reichen) und Assassins Creed (naja, bisher nicht so ganz mein Fall) auf der Playstation. Altaïr ist mal echt ein nicht besonders sympatische Egomane. Seitdem ich nicht mehr so viel Zug fahre spiele ich auch immer weniger Handheld spiele. Muss ich mal wieder mehr tun, hab doch noch so viele tolle Spiele für den DS.

d.) Zum Thema spielen. Ich überlege schon was ich denn die Weihnachtsfeiertage bzw. meinen Urlaub zwischen den Jahren so spielen kann. Dragon Quest 8 auf der PS2 oder Dragon Quest 6 auf dem DS? Oder (und das ist wohl am wahrscheinlichsten) das neue Zelda auf der Wii. Mal schauen. Gesellschaftsspiele könnte ich eigentlich auch mal wieder spielen. Und zwischendurch immer mal wieder eine Partie Bildschirmfußball gegen meine Freundin.

e.) Neulich im großen Supermarkt werden die Eltern des “Kleinen Kevin*” (*Name geändert) am Info-Tresen ausgerufen. Drei mal. Mit nicht kurzen Abständen dazwischen. Wie kann man sein Kind verlieren und es dann scheinbar nicht nur nicht suchen sondern auch das Ausrufen überhören? Oder war das finden der richtigen Mettwurst wichtiger? Keine Ahnung. Nach dem dritten mal wurde das Kind aber nicht mehr ausgerufen, da haben die Eltern ihn scheinbar abgeholt.

f.) Lesetipp: Bei L-Talk gibt es einen sehr schön zu lesenden Artikel zu Piratinnen – auf dem Wasser und in der Partei.

g.) In Zeiten Mobilen Internets find ich es ja immer anstrengend wenn ich in meinem Feedreader immer Artikel haben die nicht Fulltext sind. Richtig nervig ist dann auch immer wenn die Blogs und Newsseiten dann noch nicht mal eine mobile Seite anbieten können und man sich mit den Originalseiten rumplagen muss auf dem kleinen Gerät.

h.)
Wir waren vorausschauend und haben schon vor einer Woche Süßigkeiten für Halloween besorgt. Damit die klingelnden Kinder auch was kriegen können ohne lange zu suchen und zu improvisieren.

i.) Mein Ubuntu wird immer instabiler und so richtig zufrieden bin ich damit nicht mehr. Zumal GNOME ja nun wegfällt. Muss mir mal wirklich eine Alternative suchen.

Das vergangene Wochenende war ja sonnig und lang, deswegen habe ich gleich das nächste Buch durchgelesen. “Tod in Wolfsburg” ist geschrieben von Manuela Kuck und ein Regionalkrimi der in – wie der Titel schon verrät – in der niedersächsischen Stadt Wolfsburg spielt. Erschienen sind die rund 200 Seiten im September 2010 im Emons Verlag.

Käuflich erworben und auch recht schnell gelesen habe ich den Krimi, weil ich a) die Romane von Manuela Kuck sehr gerne lese und b) weil ich mit Wolfsburg etwas verbinde. Ich hatte nämlich viele Jahre in Wolfsburg zu tun. Ja, ich weiß…. Ich hab es aber verkraftet, was einen nicht umbringt härtet einen ab, wie es so schön heißt. Apropos umbringen…

Der Inhalt kurz zusammen gefasst:
BKA-Sonderermittlerin Johanna Krass – der Name ist ein wenig Programm – wird nach Wolfsburg beordert um als neutrale Betrachterin einen wenige Monate alten Fall wieder aufzurollen. Die 15-jährige Karen landete mit vielen Drogen im Blut nach einer scheinbar durchfeierten Nacht auf Bahngleisen am Mittellandkanal und wurde vom Zug erfasst. Ein Unfall denken viele, ihre Großmutter sieht das anders und “stolpert” bald darauf vor einen Bus. Ob etwas an der Behauptung der älteren Dame dran ist und ob der Zusammenstoß mit dem Bus vielleicht ebenfalls ein Unfall war, soll Kommissarin Krass nun herausfinden.

Der Krimi ist angenehm geschrieben und lässt sich gut und flüssig lesen. Kein Stolpern über schlechten Schreibstil oder ähnliches. Die Story ist kurzweilig und spannend und hat mich immer am Ball bleiben lassen. Manuela Kuck kann halt schreiben, das zeigt sie auch hier. Zwar waren gewisse Zusammenhänge in dem Fall schnell klar beziehungsweise auch wirklich offensichtlich, allerdings fehlten der Kommissarin (und der Leserschaft) oft die nötigen Puzzleteile der essentiellen Fragen, was gut gelöst war. Schade war allerdings dass der Klappentext schon relativ viel verraten hat.

Da ich die Region kenne, hatte ich viele Handlungsorte auch gleich vor Augen, auch wenn ich die Porschestraße etwas anders beschrieben hätte, aber vielleicht war ich auch schon zu lange nicht mehr Werktags in der Stadt. Generell hätte die Handlung aber auch überall spielen können nur mit anderen Straßennamen. Ich denke Leser ohne Ortskenntnisse konnten sich die jeweiligen Gebiete schon gut vorstellen.

Etwas oberflächlich und dadurch leider nicht so gelungen fand ich die Personen der Handlung. Johanna Krass – die aus der Region kam – war ruppig, undiplomatisch und sowohl optisch als auch von der Handlungsweise nicht unbedingt das was man von einer BKA-Beamtin erwartet, aber sehr viel mehr erfuhr man auch nicht. Klar, ein bisschen Familiengeschichte war auch mit dabei, aber generell fand ich konnte man die Protagonistin eigentlich nicht richtig fassen. Wenn ich ehrlich bin, fand ich sie relativ austauschbar und wenn der nächste Krimi von Manuela Kuck mit jemand anderen ist, würde mir das auch nicht wirklich auffallen. Aber vielleicht kommt das ja noch.

Die restlichen Personen waren mehr oder weniger tief beschrieben. Vom gewalttätigen Handlanger über ein weiteres Opfer bis zum Vater der Toten war alles dabei und auch meist recht sinnhaft und nachvollziehbar dargestellt. Ich hätte mir trotzdem etwas mehr Hintergrund gewünscht z.B. bei der Polizeibeamtin Brenan die Johanna Krass bei den Ermittlungen half. Im großen und ganzen war es aber ein rundes Bild.

Insgesamt fand ich den Krimi wirklich gelungen und werde mir den zweiten Wolfsburg-Krimi “Wolfstage” sicherlich demnächst auch zulegen. Für alle die gerne kurz gehaltene Lokal-Krimis mag kann hier sicherlich bedenkenlos zugreifen.

Nachdem die letzten 6 Bücher die ich gelesen habe alle zu der Fantasy-Reihe “Das Rad der Zeit” gehörten, wollte ich mal wieder etwas anderes, weniger fantasy-lastiges lesen. Ein Blick in unser Bücherregal ließ mich schließlich zu “Lass keine Fremden ins Haus” von Carolin Schairer greifen. Der Roman ist im Juni diesen Jahres im Ulrike Helmer Verlag erschienen und bietet 290 Seiten in einem ansprechend gestalteten Taschenbuch. Ob das Taschenbuch auch abseits vom äußeren ansprechend ist, darüber möchte ich nun schreiben.

Inhalt mal ganz grob:
Laura ist 36 Jahre jung, lebt alleine in Wien und hat einen Job für den sie gnadenlos überqualifiziert ist. Um ihre Sozialkontakte aufzuzählen benötigt man noch nicht einmal alle Finger an einer Hand. Die sind ihr auch nicht so wichtig, denn ihre Hobbys sind Krimis lesen und Weinflaschen sammeln. Ihr Leben ändert sich schlagartig als sie – in einem Anfall von Hilfsbereitschaft – eine wunderschöne aber merkwürdige und vor allen Dingen obdachlose Frau kurz vorm Erfrieren von der Straße aufliest. Und direkt in ihre Wohnung bringt. Und nicht nur Geister die man rief wird man schwer wieder los. Zumal die attraktive unbekannte Frau mehr Probleme zu haben scheint als ein fehlendes Heim. Und will man Geister eigentlich wirklich immer loswerden? Ich meine Fremde.

Ich muss vorweg kurz erzählen dass ich die ersten 40 Seiten des Buches über mehrere Tage verteilt so pö-a-pö gelesen habe. Ich war in Gedanken immer noch bei “Das Rad der Zeit” und der Anfang hat mich irgendwie auch eher verwirrt als alles andere. Die restlichen 250 Seiten habe ich dann an einem Freitagnachmittag “verschlungen” nur unterbrochen vom schnellen einkaufen, kochen und essen. Und das auch nur, weil der Blick meiner Freundin immer finsterer wurde, sonst wäre es vermutlich auf eine Tiefkühlpizza und Einkaufen am nächsten Samstag hinausgelaufen.

Was ich damit sagen will ist, das Buch hat mich unheimlich gefesselt. Die zarte Liebesgeschichte berührt, ohne jedoch zu aufdringlich zu werden. Es gibt Krimielemente, wenn auch ein wenig offenkundig vorgebracht
Im Großen und Ganzen geht es aber hauptsächlich um zwei Frauen, die anfangen ihr Leben zu hinterfragen (bzw. hinterfragen müssen) und zu ändern. Und das durchaus so, dass es immer realistisch bleibt.
Achtung Spoiler
Show ▼

Das ganze lässt sich wunderbar flüssig und angenehm lesen. Es wird eigentlich nie langweilig, ich habe nicht einmal versucht ein paar Seiten vor zu blättern um zu gucken was demnächst passiert (unschöne Marotte von mir). Schade dass es so kurz ist, ich war richtig traurig als die Geschichte zu Ende war.

Wer lesbische Romane mit einem Hauch von Krimi gerne mag (oder nur lesbische Romane oder lesbische Krimis) oder gerne schöne Bücher liest, dem kann ich dieses Buch wärmstens ans Herz legen. Würde ich Sterne verteilen, wäre das nun 5 von 5 Sternen. Ich bin auf alle Fälle sehr angetan und sollte schleunigst die zwei Bücher von Carolin Schairer lesen, die ich noch nicht gelesen habe.

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