Das Buchhörnchennest

Buchen musst du suchen … Zeugs, Bücher, Videospiele und sonst so

a. Irgendwie habe ich das Gefühl ich habe zu viel Zeit mit Frauenfußball gucken verbracht. Und wenn ich nicht geguckt habe, dann bin ich zu einem Spiel gefahren oder ich habe darüber geschrieben. Okay, ich habe auch ein wenig andere Dinge in meiner Freizeit betrieben, aber so an und für sich … Aber dass ist ja (fast) vorbei. Fürs erste. Schade eigentlich.

b.Out with Dad„, die kanadische Webserie um ein lesbisches Mädchen und ihren Vater, geht in die zwei Staffel. Wie schon zuvor sehenswert und absolut zu empfehlen. Die Folgen kann man übrigens übrigens auch mit deutschem Untertitel ansehen, wie das geht steht hier.

c. Beim großen Versandhändler meines Vertrauens gibt es derzeit eine Menge MP3-Alben für kleines Geld. Da musste ich dann doch das ein oder andere erstehen. Unter anderem habe ich einfach blind zu dem Soundtrack der US-Serie Games of Thrones gegriffen, komponiert von Ramin Djawadi. Ich kenne die Serie selbst nicht, habe bisher aber nur gutes über Serie und Romanvorlage gehört. Und nach einer kurzen Hörprobe habe ich dann einfach mal zugeschlagen. Und ich bin wirklich wirklich angetan. Schöner Soundtrack, sagt mir ehrlich zu. Wenn die Serie hierzulande ausgestrahlt wird, werde ich sie auf alle Fälle auch gucken.

d. Ich spiele immer noch den ersten Teil von Uncharted auf der Playstation 3. Und das seit einer gefühlten Ewigkeit. Okay, die Ewigkeit ist nur etwas über 12 Stunden. Angeblich ist das ja so ein kurzes Spiel. Bei mir scheinbar nicht. Ich bin auch offenbar nicht kurz vorm Ziel. Das liegt wohl daran, dass ich fast jede Schießpassage (und das sind gefühlt 90 % des Spiels) x mal spielen muss um durch zu kommen, weil ich irgendwie es nicht gebacken kriege. Aber nach 10 Versuchen und verschiedenen Taktiken gehts dann irgendwann doch weiter. Ich bin einfach nicht talentiert für Shooter jeder Art.

e. Wenn ich mal zum lesen kommen, dann lese ich mittlerweile den dritten Band der „Das Rad der Zeit“ Buchserie von Robert Jordan. Das ist eine seeehr lange Buchreihe. Aber eine schöne. Wobei ich wohl nicht alle Bänder an einem Stück durchlesen werde.

f. Auf der Wii läuft derzeit meistens Wii Fit Plus. Ich bewege mich echt zu wenig. Ich sollte mal wieder Sport machen, aber Zeit und Motivation und naja, ihr kennt das ja vielleicht. Jedenfalls stelle ich jetzt mehr oder minder regelmäßig auf das Balance Board. Mein Wii Fit Alter entspricht leider immer noch nicht meinem echten Alter, aber ich nähre mich. Ich will jetzt nicht behaupten dass ich schon viel fitter bin, aber ich merke schon das einige Übungen mir leichter fallen und man ein wenig mehr Kondition hat. Jedenfalls bei den Übungen.

g. Auf dem 3DS läuft derzeit der vierte Zelda Teil in der Gameboy Color Version. Ich habe The Legend of Zelda – Links Awakening bisher nur auf meinem alten weißen Gameboy gespielt. Die Gameboy Color Fassung ist wohl nicht sehr anders, ist aber in der Tat schöner anzuschauen. Erst recht auf dem 3DS. Mit Hintergrundbeleuchtung und Analog-Stick. Ich liebe ja das Spiel, allerdings, in Zeiten wo auch Handhelds schon recht viele Buttons haben, fällt einem erst auf wie nervig es bei dem Zelda-Teil war ständig das Item wechseln zu müssen, weil es ja nur A und B gab. Und dafür muss auch noch der schwammige Start-Knopf gedrückt werden. Ansonsten aber ein Klassiker.

h. Kurz noch zum 3DS. Der hat jetzt auch einen Videokanal, der ist nett, aber bisher auch eher unspektakulär. Ich hätte statt uninteressanten Clips von Zaubertricks ja gerne Game Trailer, aber naja, vielleicht wird das ja noch.

i. Die Serie Hand aufs Herz mit dem Pärchen Jenny und Emma (von den Fans liebevoll Jemma genannt) wird von Sat. 1 eingestellt. Ich gebe zu, ich habe ein paar Folgen mit den beiden gesehen, konnte aber mit der Serie nicht so warm werden, auch wenn die beiden schon ganz niedlich waren. Schade natürlich für die Fans der Serie und des Liebespaares, die scheinbar auch recht international versträut waren. Zumindestens sind die Schauspielerinnen Kaisa Borek und Lucy Scherer in die alljährliche Hot Liste von afterellen.com gekommen. Für alle Interessierten möchte ich da gerne auch die Interviews und Berichte bei Rosalie & Co. verweisen. Mel hatte nämlich die Chance u.a. die beiden Darstellerinnen zu interviewen. Die Clips und Folgen kann man dann auch auf der offiziellen Seite von Sat. 1 angucken.

Es ist zwar schon ein paar Tage her, das Halbfinale, aber kurz vorm eigentlichen Finale wollte ich nochmal kurz meine Eindrücke vom Halbfinale in Mönchengladbach zwischen den USA und Frankreich verschriftlichen und aller Welt verkünden.

Erster Eindruck: Das Stadion in Mönchengladbach war nur halbvoll, was für ein Halbfinale natürlich ein wenig mager wirkt. Die Stimmung war übrigens entsprechend auch nur halb euphorisch.
Das könnte daran gelegen haben, dass das Wetter wirklich sehr bescheiden war und es für diese Jahreszeit doch ziemlich kühl – oder eher kalt – und dazu auch noch nass war. Vielleicht wollte auch niemand das Spiel sehen. Oder der Preis war allgemein zu hoch, denn wir mit Städtekarten und Kategorie 4 haben schon über 40 Euro je Karte gezahlt. Dass das die Familien – die sonst ja meistens im Stadion waren – abschreckt kann ich da gut verstehen.

Am Mittwoch war dann auch der „Internationaler Tag der FIFA gegen Diskriminierung“. Das heißt, vor den Anpfiff haben beide Teamkapitäninnen – im Namen ihrer Mannschaft – einen Text gegen Diskriminierung und für Fairness innerhalb des Fußballs und sowieso verlesen. Das war nett. Ich habe mir dann gedacht, dass das auf alle Fälle interessant gewesen wäre, wenn Nigeria das hätte tuen müssen,m sofern sie denn bis ins Halbfinale gekommen wären. Aber sind sie ja völlig zurecht nicht. Scheinbar waren die homosexuelle Spielerinnen nicht das einzige Problem was sie hatten. Anyway.

Gut, das Spiel. Das fing nett an, die USA ging früh in Führung und spielte danach dann gleich wieder auf Sparflamme. Bis Brasilien durch Marta ausglich bis die Französinnen die durchaus spielstärker waren aber am Tor eher glücklos, doch einmal trafen. Danach drehten die USA doch etwas auf und schossen genau zu dem Zeitpunkt wo ich kurz abwesend war zwei Tore. Gut, da können die USA natürlich auch nichts für. Allgemein glänzte das Spiel aber durch verschenkte Torchancen und ungenaues Passspiel, ersteres bei den Französinen und letzteres bei den US-Damen. Das hört sich jetzt schlimmer an als es war. So schlecht war es zugegebenermaßen nicht, aber berühmt war die Partie nun nicht gerade. Wieso die USA also so großer Frauenfußball-Gigant gelten … bei diesem Turnier haben sie die Frage nicht beantworten können fand ich, auch wenn Sie jetzt im Finale stehen. Aber Hope Solo sah wie immer toll aus (um mal etwas oberflächlich zu wirken).

An- und Abreise über die öffentlichen Verkehrsmittel war übrigens erstaunlich gut. Auch wenn das Stadion doch etwas außerhalb lag, aber über den Shuttlebus ging es relativ problemlos. Merkwürdig allerdings war, dass der Bus für die Hinfahrt fast doppelt so lange gebraucht hat wie für die Rückfahrt. Wir waren dann auch super überrascht als wir plötzlich beim Hauptbahnhof waren obwohl wir mit einer längeren Fahrt gerechnet hatten. Mal ne positive Überraschung.

Für heute Abend wünsche ich übrigens den Japanerinnen den Sieg und damit den WM-Titel, ich glaube aber eher an die USA, weil die mehr Glück als Verstand haben.

Heute ist ein grauer Tag und damit meine ich in der Hauptsache nicht das Wetter (auch wenn das hier passenderweise den ganzen Tag bewölkt ist). Nix macht Spaß, das Grillfleisch schmeckt fade, Musik ist nicht schön und spielen macht auch keinen Spaß (okay, das könnte auch an Wii Fit liegen).

Wir sind immer noch fassungslos und traurig über das frühe Ausscheiden der deutschen Frauen bei der Nationalmanschaft. Ich fühle mich ein bisschen als hätte ich meine Traumwohnung nicht bekommen, hätte aber schon Einladungskarten zur Einweihungsparty verschickt und die Einbauküche bestellt. Dabei war es doch die WM im eigenen Land, endlich haben Bekannte etc. nicht verwundert geguckt wenn ich sage ich schaue hauptsächlich Frauenfußball. Wir haben die ortsnahen Spiele gesehen und mit den Mannschaften die wir gesehen haben mitgefiebert, aber hauptsächlich war unser Herz natürlich immer bei der deutschen Mannschaft.

Die deutsche Mannschaft hat gut gespielt, gekämpft, gereicht hat es ja leider nicht. Schade. Ich möchte auch gar nicht wissen wie sich die Spielerinnen fühlen nachdem sie überall so gehypt worden sind und nun die WM vom heimischen Fernseher aus verfolgen müssen. Die japanische Mannschaft hatte eben den einzigen Torerfolg für sich verbuchen dürfen.

Durch das weiterkommen von Schweden sehen wir sie auch leider nicht bei der nächsten Olympiade. Mmmmh. Ist halt manchmal so.

Ich drücke jedenfalls – wenn auch deutlich halbherziger – den Japanerinnen die Daumen. Wir haben Sie ja in Bochum gesehen und ich finde das ist eine sympatische kämpferische Mannschaft die es echt verdient hätte. Oder die USA.

Steht eigentlich die Schiedsricher fürs Finale fest. Vielleicht hat ja Bibiana Steinhaus eine Chance.

Nach Licht kommt ja oft Schatten. Auf Harry Potter kommt Voldemort. Zu den Jedi gehören die Sith. Und der liebe Fußballgott hat eben nicht nur gute Spiele für die WM 2011 gebracht. Vorgestern hatten wir das Spitzenspiel vor ausverkauften Haus in Mönchengladbach gesehen und gestern …. Nordkorea gegen Kolumbien.

Kolumbien und Nordkorea waren schon vor der Partie ausgeschieden, sie waren beide Schlusslichter der Gruppe C ohne die Chance doch noch das Viertelfinale zu erreichen. Beide Teams hatten jeweils die vorherigen Spiele verloren und jedes mal hatten Sie selbst kein einziges Tor erzielt. Es versprach also keine Spitzenpartie zu werden. Es ging eigentlich nur noch um die (Fußball) Ehre. Oder das was aus fußballerischer Sicht noch davon übrig geblieben war.

Wir fuhren also am späten Abend nach Bochum, die Partie begann um 20:45 Uhr, das ist keine Zeit für Schulklassen und Familien, die sonst meistens einen großen Teil des Publikums in Bochum ausmachten. Entsprechend übersichtlich war es auch im Stadion. In Bochum war bisher ja keines der Spiele wirklich ausverkauft gewesen, aber so leer hatten wir bei dieser WM das Stadion auch noch nicht gesehen. Insgesamt 7.805 Zuschauer waren gekommen (ich meine 23.000 würden reinpassen). Wie gesagt, überschaubar. Das machte aber nix, denn die die da waren (ich vermute mal zum Großteil genauso wie wir Besitzer der Städteserienkarten) – wenn auch nicht euphorisch – so doch guter Dinge und interessiert am Spiel. In Bochum wurden wir auch gleich wieder vom Volunteer erkannt und begrüßt und auch unsere Sitznachbarin war die selbe wie die zwei Spiele zuvor. Es hatte etwas geradezu familiäres muss man zugeben. Wellen und Klatschen gab es auch, die 7.805 Zuschauer wollten dann ja doch ein wenig unterstützen. Vereinzelt fand man Anhänger für Nordkorea, die meisten waren aber für Kolumbien.

Das Spiel war dann … wo fange ich an. Ich glaube schon dass beide Mannschaften ganz gerne gewinnen wollten, allerdings taten sie nicht wirklich etwas dafür. Will heißen, da stolperten Spielerinnen am laufenden Band über Bälle, Pässe kamen nicht an, Bälle die angenommen wurden landeten gleich sonstewo. Torschüsse – die nicht sehr reichlich waren – waren entweder nur Schüsschen die vielleicht sogar ich hätte halten können (naja, man vertut sich da vermutlich etwas) oder gingen meterweit über oder am Tor vorbei, meistens beides. Kurz gesagt, es war keine Zierde, dieses Fußballspiel. Die Zuschauer die nicht kamen hatten leider auch nichts verpasst. Muss man mal ehrlich sagen.
Das Spiel war dann auch – zurecht – torlos. Wirklich verdient hätten es beide nicht zu gewinnen, auch wenn ich eigentlich ja beiden Mannschaften es doch gegönnt hätte doch wenigstens einmal bei dieser WM den Ball ins Tor zu versenken und jubelnd über den Platz zu laufen. War ihnen aber nicht vergönnt.

Kleiner Lichtblick am Rande. Wir saßen in der ersten Hälfte relativ nah am Tor von Kolumbien, da hatten wir dann einen recht guten Blick auf Torhüterin Sandra Sepulveda, die vor allen durch ihre geringe Körpergröße von 1,65 m durch die Medien ging (und weil die erste Torhüterin mit einer Verletzung zurück reisen musste und die andere Torhüterin eine positive Dopingprobe hatte). Dafür war sie aber relativ niedlich. Zudem hatten einige ihrer Kolleginnen auch den Schalk im Nacken und setzten zur Halbzeitpause auch irgendwelche Plastik-Hütchen (oder so) auf den Kopf. Dabei sein ist und gute Laune verbreiten, egal wie es läuft, fand ich sympatisch.
Oh, und Karla Kick tanzte auch.

In meiner Twitter Timeline hatte ich dann noch das Vergnügen zu lesen wie spannend das Spiel in Wolfsburg zwischen den USA und Schweden verlief, was sicherlich auch wesentlich schöner anzusehen war. Wer lieber das lesen möchte, den empfehle ich wie immer das Unfassbar Kompetenzfreie WM-Tagebuch.

Das waren dann auch alle Spiele in Bochum gewesen. Uns bleibt noch das Viertelfinale in Mönchen Mönchengladbach mit Frankreich oder England gegen Brasilien oder die USA. Bin gespannt.

P.S. Ich weiß der Einstieg war etwas holprig. Aber das Spiel war es ja auch.

Gestern war das letzte Gruppenspiel der deutschen Kickerinnen bei dieser Weltmeisterschaft. Und ich war live und in Farbe mit dabei. In Mönchengladbach. Zusammen mit über 45.000 (!) weiteren Fußballverückten in weiß (oder rot) gekleideten, die alle gut gelaunt auf einen Sieg der Deutschen hofften. Okay, die zwei Grüppchen Franzosen die am Anfang und nach den beiden Toren der Franzosen auch durchaus hör- und sehbar waren mal ausgenommen. Für mich war das bisher das größte Fußballspiel das ich miterleben durften. Bisher waren in allen Stadien die ich besucht habe immer unter 30.000 Gäste. Und nun 45T. Toll, ich bin immer noch total begeistert. Also, um es kurz zu fassen, es war eine wirklich tolle Stimmung ein fantastichen Wetter.

Zudem fand ich, war es bisher auch spielerisch das beste Spiel dieser WM das ich sehen dufte. Die Deutsche Mannschaft wirkte dominanter (von meinem Platz oben), hielt oft aufs Tor zu, trotzdem war es nicht langweilig oder einseitig. Das was die Schiedsrichterin im vorigen Spiel gegen Nigeria scheinbar versäumt hatte, holte diese Schiedsrichterin dann in Punkto Karten nach, die hatte die Karten ja öfters mal in der Hand. Süß übrigens dass die Franzosen einfach eine neue Torhüterin aufs Feld schickten … ohne vorher auszuwechseln. Versuchen kann man es ja mal.

Spielerisch haben mir die meisten deutschen Spielerinnen eigentlich ganz gut gefallen. Wenn man im Stadion ist sieht man manches natürlich nicht so gut und auch nicht in verschiedenen Zeitlupen und Wiederholungen. Dafür bleibt einem dann aber auch der Fernsehkommentator erspart. Naja, meistens hat man dann viele „kluge“ Kommentatoren um sich herum. Oder ein Fußballkindercamp direkt hinter einem. Die haben auch gute Stimmung gemacht und waren auch nett, allerdings neigten die auch zu diversen Kraftausdrücken die doch eher unnötig waren oder buhten auch mal bei der Nationalhymne der anderen Mannschaft. Fand ich etwas daneben. Ein gewisses Maß an Grundrespekt ist eben nicht jedem gegeben. Aber vielleicht lernen sie es ja noch. Ich hoffe es mal.

Zurück zu den Spielerinnen. Verdient ist ja Inka Grings Spielerin der Partie geworden. Babette Peter war natürlich auch wie immer überzeugend. Ich hätte ja gerne Alexandra Popp (deren Name auch auf meinem Trikot steht) 90 Minuten gesehen und nicht nur als Einwechselspielerin. Hätte auch besser gepasst als Lira finde ich. Also ich finde Lira ist eine gute Technikerin und das sieht auch manchmal recht schön aus was sie da tut, aber irgendwie fällt einem da auch nur so Worte wie „am Ball egozentrisch“ ein. Es gab da ja mehrere Situationen in denen man als Laie durchaus fand, es wäre sinniger gewesen einfach mal vor dem festspielen an die Mitspielerin zu passen.

Das 4:2 war dann auch verdient finde ich. Tolles Spiel. Kleiner egoistischer Wehmutstropfen, die deutschen Frauen spielen leider beim Halbfinale nicht wieder in Mönchengladbach.

Beim Unfassbar Kompetenzfreien WM-Tagebuch gibt es wieder einen fast kompetenten Trauerbeitrag über das Fernbleiben von Melanie Beringer Beitrag. Bei womensoccer.de gibt es eine Analyse aller Spielerinnen der ich auch guten Gewissens zustimmen kann.

Es ist Mitte Juli und kalt. Dick eingemummelt ging es heute wieder nach Bochum zum dritten Spiel in der Ruhrpott Stadt und dem Duell der Fußball-Damen aus Australien gegen den Damen aus Äquatorial-Guinea. Im Schiedsrichtergespann übrigens mit dabei, Bibiana Steinhaus, die einzig deutsche Schiedsrichterin bei dieser WM, allerdings dieses mal nur als vierte Offizielle. Das wäre übrigens genau mein Job, am Rand stehen, ab und zu eine kleine Anzeigetafel hochhalten und darauf achten dass die Spielerinnen zum richtigen Zeitpunkt das Spielfeld (wieder) betreten.

Obwohl schon länger klar war wann wir los mussten überraschte mich der Satz „In 4 Minuten fährt der Bus“ dann doch so sehr, dass ich erst einmal mein Handy zuhause liegen ließ. Grummel. Naja, musste ich ohne leben. Und ohne Twitter. Wie abhängig man mittlerweile von den Dingern ist. Die Australierinnen sahen wir bereits das zweite mal und war für uns auch rein von der Sympathie unsere Mannschaft der Wahl. Rein optisch überwogen auch eindeutig die Anhänger von Down Under im Stadion, viele mit Flaggen oder T-Shirts und Trikot für Australien waren dabei. Was aber nicht hieß dass nicht für beide Mannschaften angefeuert und beklatscht wurden. Ich finde die Stimmung in den Stadien bisher ja wirklich sehr fair gegenüber allen Teams, muss ich mal positiv anmerken.

Heute spielten also die Außenseiter der Gruppe D, den mal ehrlich, neben den beiden gibt es noch Brasilien und Norwegen. Keine unbedingt einfache Gruppe. Und beide Mannschaften hatten ja auch bereits ihr erstes Match verloren. Wer also überhaupt eine Chance haben wollte weiter zu kommen, sollte schon gewinnen. Entsprechend wirkend beide Teams auch recht ordentlich motiviert. Australien war allerdings doch stärker, was sich dieses mal auch nicht nur wieder in der Statistik durch mehr Ballbesitz zeigte (den sie auch schon gegen Brasilien hatten). Äquatorial-Guinea hielt aber auch gut dagegen. Allerdings hatten auch sie ein recht aggressiveres Spiel, was dann allerdings auch gepfiffen wurde. Am Ende stand es dann verdientermaßen 3:2 für die Mädels aus Down Under, die halt doch etwas besser waren. Wenn Sie jetzt gegen Norwegen gewinnen würden (oder je nach Ergebnis heute Abend wenigstens ein Unentschieden erzielen) könnten Sie ja vielleicht doch weiter kommen. Würde ich Ihnen ja wünschen.

Als nächstes geht es dann zum Highlight, dem Spiel Deutschland gegen Frankreich nach Mönchen Gladbach. Und danach wieder nach Bochum. Heute wurde ich vom Volunteer der beim Sitzplatz finden hilft auch gleich wieder erkannt. Und unsere Sitznachbarin war auch wieder die gleiche. Mal schauen ob wir in Mönchen Gladbach auch wieder unseren Sitznachbarn vom letzten mal wieder sehen.

Einen schönen Vor- und Nachbericht zum Spiel gibt es übrigens wie immer (und wie immer sehr zu empfehlen) beim Unfassbar Kompetenzfreien WM-Tagebuch.

Ich komme vor lauter Stress gar nicht mehr dazu zu schreiben. Und manchmal gar nicht mehr zu gucken. Gefühlt hatten wir bisher nämlich kaum Zeit uns mal vor den Fernseher zu setzen um in Ruhe ein Spiel anzusehen, weil wir entweder im Stadion sind, auf dem Weg zum Stadion oder mit dem Putzen von Küchenutensilien etc. beschäftigt. Anyway.

Wir hatten Karten für das Spiel David gegen Goliath oder auch Australiens Fußballerinnen gegen Marta und Co. Auf dem Papier eine recht eindeutige Sache, immerhin sind die Brasilianerinnen neben unserer Mannschaft ja doch eine der Top-Favoritinnen bei der WM. Und Sie haben auch eine Menge Fans. Im knapp halb gefüllten Stadion in Mönchengladbach war die Anzahl der gelb gekleideten Brasilienfans doch deutlich Höher als der sichtbaren Anhänger der Australier. Deswegen dachte ich eigentlich auch die Zuschauer würden Marta und Co. zujubeln. War aber nicht so. Was wohl am Spiel an sich und an den Australierinnen lag.

Wir durften das alles aus luftigen Höhen betrachten, direkt unter der Decke sahen wir auf das Spielfeld. Gut, weil man toll sah wer wo stand. Schlecht wenn man irgendetwas auf der Anzeige erkennen wollte. Oder den Namen auf den Trikots. Zum Glück hatte ich vor kurzem eine stärkere Brille bekommen habe, sonst hätte ich wohl gar nichts erkannt. Aber zurück zum Spiel.

In der Praxis wirkte Brasilien bei diesem Spiel doch eher blass und unmotiviert. Jedenfalls von weit oben betrachtet. Hingegen die Australier mühten sich, rackerten, liefen. Trafen nur leider nicht. Das taten die Brasilianerinnen. Die Mühe der Australierinnen (oder vielleicht waren sie auch einfach sympatischer) wurde auch vom Publikum belohnt, sobald in der zweiten Hälfte die Australier auch nur in die Nähe des Tores kamen … oder überhaupt in die gegnerische Hälfte kamen, wurde angefeuert, geklatscht und gejubelt. Und wir jubelten mit. Wir hätten den Aussies auch echt einen Sieg gegönnt. Naja vielleicht klappt es ja am Sonntag, dann sehen wir sie wieder beim Spiel in Bochum.

Heute haben wir unser erstes Spiel der Frauenfußball WM live im Stadion verfolgen können. Zusammen mit über 12.000 Zuschauern haben wir in Bochum die Partie Japan gegen Neuseeland verfolgen dürfen. Kurz ein paar Worte zu Bochum. Das Stadion ist wirklich sehr nah am Bahnhof gelegen, 3 Stationen mit der Bahn fahren und man ist da. Logistisch hat das auch super geklappt, gleich in der ersten Bahn einen Stehplatz bekommen, sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt. Es ist auch alles gut ausgeschildert und genug Personal für Sicherheit und Information war auch da.

Im Stadion haben wir dann – eine Freiwillige half dabei auch gleich – unsere Plätze aufgesucht. Auf der Westtribüne lagen auch schon Fähnchen. Einmal für Japan und einmal für Deutschland. Merkwürdigerweise gab es keine für Neuseeland und wir haben auch in keiner anderen Ecke Menschen mit Papierfähnchen für die Kiwis gesehen (nur mit selbst mitgebrachten aus Stoff). Insgesamt waren auch die japanischen Fans in der Überzahl – auch wenn die Größte Gruppe wohl neutral waren. Die Stimmung war auch die ganze Zeit gut, egal wer gerade Richtung Tor lief, immer wurde mit gejubelt und geklatscht. Fand ich sehr fair und angenehm.

Fahnen für Japan

Da wir im Westen saßen, hatten wir auch um 15 Uhr das Vergnügen im Schatten zu sitzen was die ganze Partie doch sehr angenehm gemacht hat. War ja doch ein heißer Tag. Wirklich nicht gerne getauscht hätte ich mit Karla Kick, dem Maskottchen der Fußball-WM (hier mit Fußballerinen aus Namibia – die spielen übrigens nicht mit bei der WM). In dem Kostüm … Respekt.

Karla Kick - Das Maskottchen der WM2011

Das Spiel wirkte insgesamt recht unausgewogen. Die Japanerinnen waren doch recht deutlich überlegen, was man nicht unbedingt im Endergebnis sieht, dafür haben die Japanerinnen leider zu viele Chancen ungenutzt gelassen. Die Statistik spricht aber dafür für sie. Den 61 % Ballkontakt und eine drei mal so hohe Schussquote fielen doch auf. Die Japanerinnen wirkten einfach kämpferischer, aktiver, schneller und vor allem auch boten sie ein etwas durchdachteres Spiel.
Die Neuseeländerinnen haben übrigens immer wieder Streckübungen gemacht, ist das normal? Ist mir sonst noch nie aufgefallen. Vielleicht weil die sonst nix gemacht haben auf dem Platz. Ich weiß es nicht.

Am Schluss des Spiels, bei der großen Abschiedsrunde, haben die Spielerinnen aus Japan auch ein Plakat mitgenommen, wo Sie sich für die Unterstützung nach der Katastrophe in Fukushima bedankt haben. Auch in der Pause wurde darauf hingewiesen. Ich muss zugeben, so einen kleinen Klos im Hals und Gänsehaut hatte ich beim Anblick des Plakates schon.

Japan bedankt sich bei WM2011

Insgesamt ein schönes Spiel. Mit etwas Glück können die Japanerinnen sicherlich weit kommen, wenn es natürlich auch nicht für den Titel reichen wird, den holen ja wir.

Von England gegen Mexico habe ich leider nichts mitbekommen … die Küche und so.

Heute waren die ersten beiden Spiele der WM 2011 der Fußballerinnen. Da die Spiele in Berlin und Sinsheim ausgetragen wurden, durften wir heute in der Stadt bleiben.

Nigeria gegen Frankreich lief dann als erstes – von den meisten vermutlich vergessen, da die Eröffnung ja erst im nächsten Spiel wirklich stattfand. Ich hatte 2:1 für die Französinnen getippt. Immerhin stellen die ja auch den amtierenden Championsleage Meister. Zumindestens die Tordifferenz und Sieger waren richtig. Vom Spiel selber habe ich aber recht wenig mitbekommen. Die Küche kommt morgen und wir mussten noch den Raum dafür schrubben. Das hatte dann doch Priorität. Als Tipp nebenbei, wer mal richtig seine Nackenmuskulatur beanspruchen will, dem empfehle ich die Zimmerdecke zu wischen – nur mit einem kleinen Tritchen. Was Franziska von Almsik nun als Kommentatorin qualifizierte habe ich auch nicht mitbekommen, weiß das wer?

Dann ging es zum Public Viewing in die Innenstadt. Das letzte (und einzige mal) das ich beim Frauenfußball ein Public Viewing besucht habe war vor 4 Jahren zum Finale der WM 2007 in einer Gaststätte mit ca. 20 anderen Gästen auf einer Leinwand mit Beamer. Heute war es dann doch um einiges Größer (wenn auch nicht zu vergleichen mit den Männern) auf einem Platz mit LED Leinwand. Die Stimmung war auch entspechend gut. Schön dass es das auch im Frauenfußball gibt – positiv definitiv dass alle am Spiel interessiert schienen, richtig mit gingen und nicht nur das einzige Ziel ein hoher Bierkonsum zu seien schien. Aber ich schweife ab.

Ich fand das Spiel ja im großen und ganzen doch recht schön. Ein faires Spiel mit einem Spannungsbogen gegen Ende, aber einer dennoch weitestgehend dominierenden deutschen Mannschaft, die ja auch gewonnen hat. Wenn sie nicht gegen Ende doch etwas ins Strudeln geraten wären und plötzlich die Bälle scheinbar einfach nur so in alle Richtungen geschossen wurden, wäre es natürlich besser gewesen. Aber man brauch ja auch Luft nach oben. Getippt hatte ich übrigens 4:0, naja, doch etwas hoch gegriffen.

2011 22 Jun

Von Fern zu Nah

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In wenigen Tagen geht ein Lebensabschnitt für mich zu Ende. Meine Fernbeziehung wird zu einer Nahbeziehung. Gemeinsame Stadt, gemeinsame Wohnung, gemeinsame Küche, gemeinsames Leben. Die Möglichkeit demnächst auch in der Woche mehr gemeinsam zu tun als zu telefonieren oder sich durch digitale Medien auszutauschen. Das ist ein freudiger Moment der so auch schon seit einiger Zeit gewünscht wurde und nun endlich dank günstiger Umstände ansteht.

So eine Fernbeziehung ist nicht unbedingt das Optimum und geht auf Dauer auch sehr auf die Ressourcen. Sowohl was das Geld betrifft (Bahnfahren ist teuer, ein gemeinsamer großer Haushalt ist günstiger als zwei kleine), als auch die Zeit (6 Stunden im Zug sind Zeiten die man woanders besser verbringen könnte) und natürlich kostet es auch immer ein wenig Nerven (ständig fürs Wochenende packen usw.). Die Freude überwiegt so natürlich um einiges. Trotzdem gibt es natürlich auch Dinge die ich vermissen werde. Und meine Freundin sicherlich auch.

So ist es als „Werktags alleinlebend“ natürlich so dass man sich seine Zeit gut selbst einteilen kann. Ich aß wann ich wollte, gerne auch mal vorm PC oder vorm Fernseher bei einer meiner zahlreichen Serien-DVDs (die nicht alle auf Zustimmung bei meiner Liebsten stoßen). Ich guckte und spielte was ich sollte. Wenn ich erst Hunger um 21 Uhr hatte, egal. Wenn ich ab 22 Uhr noch weiter Super Mario Galaxy spielen wollte, auch kein Problem, tat ich es halt. Wenn ich – dank Gleitzeit – lieber etwas länger schlafen wollte, auch kein Problem. Das Buch ist noch unendlich spannend und ich wollte noch weiter lesen, ich tat es wenn ich wollte. Das ist nun natürlich anders, denn man möchte natürlich auch auf die andere Rücksicht nehmen. Ich bin etwas … okay ziemlich dolle … unordentlich in einigen Bereichen. Da muss ich auch an mir arbeiten.

Dafür kann man sich nun viele Sachen teilen. Nicht nur monetär, sondern auch Arbeit und die eigenen Gedanken. Man kann nach der Arbeit gemeinsam auf dem Balkon sitzen oder sich am Sonntag den Tatort ansehen (anstatt das eine Person im überfüllt Zug sitzt – ja ich erwähne die deutsche Bahn sehr häufig). Da freue ich mich. Da schränke ich mich oder meinen Super Mario Galax Konsum auch gerne ein.

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