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Archiv: Viñales

Warme Länder reizen mich eigentlich nicht. Ich mag weder Sonne, noch Hitze, noch muss ich immer tropische Fürchte zum Frühstück essen. Aber Kuba, das wollte ich schon immer mal sehen. Und wenn man das kommunistische Land nicht jetzt besucht, ist es vermutlich demnächst nur noch das ex-kommunischte Land und Lieblingsreiseziel der US-Bürger. Also mussten wir jetzt reisen. Aus Gründen den Sparsamkeit fuhren wir in der Nebensaison, nämlich im Mai und da wir zwei Frauen sind die die Landessprache nicht beherrschten sollte es eine Busrundreise mit anschließendem Badeurlaub (für die Erholung von der Rundreise) sein. Mit Busrundreisen haben wir schon gute Erfahrungen u.a. in Irland gemacht (mit Lidl Reisen) und so buchten wir, nach einigem suchen, dann unsere 16 tägige Rundreise über Aldi-Reisen (aka Berge & Meer). Von dieser Reise werde ich nun gerne berichten.

Tag 1 – Abflug Düsseldorf, Ankunft in Havanna
 
Am Donnerstag Morgen ging es los, um 5:25 Uhr fuhr die Stadtbahn von uns Zuhause zum Dortmunder Hauptbahnhof. Obwohl wenige Tage zuvor der Gleisschaden war, kam unser Zug pünktlich. Ich hatte mir von meinen Kollegen schon diverse Horrorszenarien anhören dürfen und war froh, dass wir doch der Bahn geglaubt haben, denn die Bahnen fuhren alle planmäßig. Da es noch sehr früh war, bekamen wir auch ohne größere Probleme einen Platz. Das ging schonmal ganz gut.
 
In Düsseldorf Flughafen checkten wir ein. Auch kein Problem. Pro-Tipp für das nächste mal. Taschenmesser zu Hause lassen. Ich hatte natürlich ein größeres Schweizer Taschenmesser in meinem Rucksack übersehen. Ja, ich weiß, wie übersieht man so etwas? Aber ich hab eine Innentasche, die bis runter zum Boden geht, und da war es versteckt. Die Flughafensecurity übersah es nicht und so wurde mein Rucksack am Flughafen prompt vom Fließband gefischt. Aber halb so wild. Man konnte das Messer in Düsseldorf in eine Gefahrgutbox einwerfen und ich konnte es dann für 5 Euro wieder am Tag des Rückfluges auslösen. Jedenfalls hielt man mich nicht für eine gefährliche Terroristin sondern einfach nur für eine verpeilte Touristin. Muahahaha.
 
Der Flug war okay. Man konnte sich an Bord sein Film oder Serienprogramm selbst zusammen stellen. Es gab Filme wie La La Land oder Star Wars Episode 7. Ich hab die meiste Zeit aber Lego Batman 2 auf der Playstation Vita gespielt. Zwischendurch unterbrochen vom Essen oder Trinken. Der Typ vor mir fand es irgendwann angemessen seinen Sitz komplett nach hinten zu machen, auch wenn er das gar nicht benötigte und die meiste Zeit vornübergebeugt saß. Aber wer braucht schon Platz. Essen war übrigens essbar, aber auch nix was man jeden Tag möchte.
 
In Havanna angekommen war es dann wie in einer Sauna. Die Passkontrolle war ernsthaft, die erneute Kontrolle des Handgepäcks eher nicht so. Vor dem Gepäckband dann wieder das lange warten, wobei natürlich alle sich direkt ans Band stellten, damit auch wirklich niemand anderes problemlos an seinen Koffer kommt. Für Fortgeschrittene ist dann auch, das man bereits einen Koffer hat und anstatt das einer damit etwas entfernt wartet, die Person direkt mit dem Koffer weiter am Band stehen bleiben. Aber irgendwie kommt man ja trotzdem an sein Gepäck.
 
Mit Gepäck fanden wir auch schnell unseren Vertreter von Berge & Meer, der uns die Busnummer unseres Busses verriet. In Kuba gibt es Einheitsbusse. Die sehen alle gleich aus, haben den gleichen Anbieter, aber ne andere Busnummer (sollte man sich merken). Aber irgendwann fanden wir auch die.
 
Am Bus begrüßte uns unser zukünftiger Reiseleiter, der (wie sich später herausstellte) „Kein-Bock Grumpy“ hatte und unser Busfahrer, die Sahneschnitte. Sahneschnitte sah aus wie aus dem Katalog, jung, hübsch, süßes Lächeln, sprach außer Ola auch kein einziges Wort und half den Damen gerne aus dem Bus (braucht man nicht die Hilfe, bei Sahneschnitte nahm man Sie aber gerne an). Grumpy war keine solche Augenweide, aber gut, mit Ende 50 muss man das vielleicht auch nicht sein.
 
Wir fuhren zu unserem Hotel. Eine größere Touristenbude. Die Zimmer waren sehr geräumig und sahen auf den ersten Blick sauber aus. Die Klimaanlage lief auf Hochtouren, die drehten wir erst einmal ein wenig runter. Grumpy verriet uns wo man sein Geld in die Touristenwährung CUC umwandeln konnte (die Kubaner haben eine andere Währung, aber die würde uns nichts bringen verriet er), wo der nächste Supermarkt ist und wo wir Abendessen und Frühstück finden würden. Dann verließ er uns wieder. Wir suchten den Supermarkt auf wofür wir 2 Anläufe brauchten. Das Hotel lag übrigens an einer stark befahrenen Straße und der Feinstaubanteil war auf Maximum. Katalysatoren oder so scheinen auf Havanna nur was für Luschen zu sein. Okay, waren auch zu einem Großteil nur alte Autos, sogar viele Oldtimer. Aber als Fußgänger bei über 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von gefühlten 150 % wars nicht angenehm. Der Supermarkt ist übrigens auch ein Erlebnis. Erst einmal durfte auch nur einer rein, weil mit Rucksack darf man den Laden nicht betreten. Drinnen waren dann viele Regale leer und die Regale die nicht leer waren, wurden größtenteils meterlang mit dem selben Produkt bestückt. Die Einheitstomatensuppe, die Dose Einheitsmais, das Einheitswasser was sich aber wenigstens in der Größe unterschied. Die Tiefkühltruhen standen offen, optimale Kühlung sieht auch anders aus. Dafür gabs aber auch kein Pfandsystem.
 
Das Essen im Hotel in Havanna war sehr lecker. Man konnte sich z.B. Fisch oder Fleisch anbraten lassen. Das war schon in Ordnung. Schlafen konnte man im Zimmer auch ganz gut. Das testeten wir auch – dank des Jetlags – recht schnell.
 
 
2. Tag – Stadtrundfahrt Havanna
 
Heute ging es nach Havanna. Das Problem wenn man so eine Pauschalreise bucht ist ja manchmal, dass man da nicht sehr flexibel mit seiner Zeit ist. Und wenn der Reiseleiter meint, da reichen 10 Minuten, dann reichen da 10 Minuten. Und so wurden wir dann auch mehr oder weniger durch Havanna getrieben. Begonnen haben wir auf dem Christopher Kolumbus Friedhof (10 Minuten Aufenthalt), einem bekannten Zigarrenladen (bis alle was gekauft hatten), einem kleinen Weg durch die Stadt (10 Minuten auf so nem beschaulichen Platz, danach immer geradeaus), im Rummuseum (20 Minuten für Toilette und den örtlichen Cocktail und danach eine Besichtigung des Museums), einem großen Weg durch Havanna (3 Plätze a 10 Minuten und dann immer geradeaus dem Reiseleiter nach) und zum Schluss nochmal kurz auf den Platz der Revolution. Zwischendurch regnete es auch ein bisschen, aber da ja Sommerzeit war, war es warmer Regen. Danach ging es zurück zum Hotel, am Pool entspannen und zum Essen. Das Mittagessen wo wir zwischendurch waren, war auch so lala, bereitete uns aber schonmal auf die nächsten Tage vor, was da hieß: Reis mit Bohnen, Schweinefleisch, ein paar Musiker am Rand die kubanische Lieder spielten und am Ende Trinkgeld wollten (Kleingeld ist ein knappes Gut geworden) und vor allem immer Taschentücher und Kleingeld für den Toilettenbesuch mitbringen und nicht pingelig sein. Alles in allem aber ein schöner Tag an dem wir im Schnelldurchlauf viel gesehen haben.

Friedhof Cementerio Cristóbal Colón in Havanna/Kuba

Kathedrale von Havanna in La Habana Vieja

 
3.  Tag – Tropfsteinhöhle
 
Am 3. Tag ging es von Havanna zu einem Tagesausflug nach Valle de Viñales wo eine Tropfsteinhöhle liegt. Auf der Autobahn war es leer und zwischendurch fuhren auch mal Pferdekutschen drauf oder Menschen standen einfach am Straßenrand. In Kuba müssen Privatpersonen nämlich andere im Auto mitnehmen. Sehr sinnvoll. Der ökologische Effekt ist aber vermutlich durch die Abgaswerte wieder aufgehoben. Die Tropfsteinhöhle war auch wirklich nett, wobei jetzt kein echtes Highlight. Wir sind auch einmal mit dem Boot durch gefahren, aber das war nicht lange. Dann ging es zurück nach Havanna.

Valle de Viñales

Valle de Viñales (Kuba)

Cueva del Indio (Kuba)

 
 
4. Tag – Cienfuegos
 
Nun hieß es wieder Koffer packen denn von Havanna ging es weiter nach Cienfuegos, der ehemaligen französischen Kolonialstadt. Cienfuegos wurde mal kurzfristig von den Franzosen besetzt, weswegen es diesen französchen Charme immer noch ein bisschen hat. Wir waren leider an einem Sonntag da, da war in der Stadt dann nix los. Aber schön war es trotzdem. An einem kleinen Markstand hatte ich dann auch endlich die Gelegenheit mir einen Strohhut zu kaufen bzw. weil es so günstig war sogar zwei. Nach dem Besuch der Innenstadt gab es dann noch eine kleine Bootstour. In Cienfuegos habe ich mir dann auch das erste mal Internetkarten gekauft. Internet in Kuba ist nichts worauf man bauen sollte. Also bei mir hat es mal geklappt, mal nicht. War ein bisschen zufällig. WLAN gab es auch nur im Hotel oder an bestimmten Stellen in der Stadt (zu erkennen an den vielen Menschen mit Handy in der Hand) und kostet Geld (offiziell wohl 1,50 CUC, aber meistens mussten wir 2 CUC zahlen oder es wurde sogar noch mehr verlangt)  und war auch nicht besonders schnell. Das entspannt aber, man braucht jedenfalls nicht permanent aufs Handy zu gucken sondern gönnt sich dann alle paar Tage mal so ne Stunde Internet wo man dann die besten Fotos per WhatsApp verschickt, E-Mails checkt und die wichtigsten Ergebnisse vom Frauenfußball überprüft oder wer bei den diversen Wahlen die so aktuell laufen gewonnen hat. Okay, dass es genau dann nicht funktioniert wenn man es möchte, entspannt nicht, aber wenigstens ist man nicht dauerhaft online.
Auch ein bisschen nervig, aber in touristischen Gegenden wohl an der Tagesordnung, ist das man permanent angequatscht wird ob man Taxi oder Fahrradtaxi fahren möchte. Gemütlich spazieren gehen ist da nicht. Muss man wohl außerhalb der Touristenzone sein und weniger aussehen wie ein Tourist (was mit roten Haaren doch schwierig sein dürfte auf Kuba).

Platz in Cienfuegos (Kuba)






Weiter geht es mit dem zweiten Teil (El Nicho, Trinidad, Cayo Coco) hier.

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