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Ich habe zum Thema Zwangsouting ja bereits ein zwei Worte zu der Webserie Anyone but me erzählt. Natürlich verdient die Webserie dann doch ein paar Worte mehr. Deswegen dachte ich, stelle ich Sie hier doch mal kurz etwas näher vor.
Webserien sind, wie der Name schon sagt, Serien die im Internet laufen. In der Regel sind sie Episoden, sogenannte Webisodes kürzer als normale TV-Serien. Viele sind kostenlos, meist mit kleiner Werbeeinblendung zuvor oder Product Placement. Das Sie nicht im Fernsehn ausgestrahlt werden heißt natürlich nicht, das Webserien dadurch prinzipiell schlechter sind. Teilweise sind es auch kleinere Ableger von TV-Serien. Webserien sind mittlerweile oft sehr professionell erstellt und haben echte Schauspieler die teilweise auch bekannt aus Funk- und Fernsehn sind. Und es gibt unglaublich gute Webserien die halt durch ein schickes Konzept, in dem man aus wenig viel zaubert, punkten können. Und ich behaupte mal eine dieser Serien ist „Anyone but me„. Und ich scheine mit dieser Meinung auch nicht völlig allein auf weiter Flur zu sein, denn immerhin hat die Serie doch schon ein paar Awards abräumen können.

Im Fordergrund steht die junge Vivian die, zu Beginn der Serie, raus aus der Stadt und rein in die nahegelegene Provinz zieht, was nicht nur ihr wenig schmeckt, sondern auch ihrer Liebsten Aster nicht sonderlich gefällt. Die beiden, jung, lesbisch, verliebt und manchmal so schrecklich schmalzig am turteln, dass Edward und Bella neidisch werden könnten (ja, ich gebe zu dass ist der eher nervige Teil der Serie, jedenfalls aus meiner Sicht), müssen sich nun nämlich mit einer kleinen Fernbeziehung auseinander setzen und der Tatsache dass Vivian in dem Kaff in dem sie nun lebt das Schrankleben bevorzugt. Aber dazu schrieb ich ja bereits.

Vivian lebt natürlich nicht alleine, sondern mit ihrem Vater Gabe (pensionierter Feuerwehrmann und die Gelassenheit in Person wie es scheint) bei Jodie, ihrer Tante, die es toll findet dass Vivian und Aster so gute Freundinnen sind *hüstel*. In der Kleinstadt trifft sie auch sehr schnell auf neue Freunde, so lernt sie recht schnell den ruhigen Comiczeichner Archibald kennen und die angehende, aber leider sehr nervöse und dadurch eher erfolglose Schauspielerin Elisabeth. Ich mag die beiden ja, Archibald (der Name ist doch cool, oder?) und Elisabeth, leider ist die Story um die beiden etwas … lahm … ja … so würd ich das ausdrücken. Aber vielleicht kommt das ja noch. Oder auch nicht.

Wesentlich spannender und aus meiner persönlichen Sicht der eigentlich interessanteste Charakter der ganzen Serie ist Sophie. Sophie ist mit Sportskanone Jonathan zusammen und war mal in Kindertagen eng mit Vivian befreundet. Entsprechend groß ist ihre Freude als sie unerwartet Vivian in der Schule wieder sieht. Vivians kann ihre Begeisterung indes sichtbar zügeln, jedenfalls wirkt es so, was die Sache halt auch wieder interessanter macht. Ich will nicht spoilern, aber ich verrate mal dass es in der Richtung in Season 2 noch ganz spannend wird und gewisse Dinge dann auch in einem anderen Licht erscheinen lassen. Ich finde ja, Sophie umgibt so eine schwer einschätzbare und teilweise auch distanzierte Aura.

Die Serie geht derzeit dem Ende der zweiten Staffel entgegen. Ich bin da sehr gespannt und hoffe es wird auch eine dritte Staffel geben. Und eine vierte und eine fünfte und …. ja genau. Die Folgen sind immer so zwischen 6 und 8 Minuten lang in der Regel, die Staffeln haben jeweils 10 Folgen, wobei in Season 2 die Finale Folge ja noch fehlt. An einem ruhigen Abend schafft man also ganz locker eine Staffel, wenn nicht sogar alle bereits gelaufenen Folgen, die man sich übrigens auch auf den EiPod als Podcast laden kann. Und das kann ich nur jedem mal empfehlen, den es ist wirklich eine sehr schön gemachte, niedliche Serie über junge sympatisch wirkende Menschen und ihre großen und kleinen Problemen, Freuden und Dramen.

Und zur Einstimmung dann auch gleich mal der Trailer. Also, schauts euch an, es lohnt sich wirklich.


Dieser Beitrag wurde geschrieben am Samstag, 29. Mai 2010 und wurde abgelegt unter "Lesbisches Allerlei, Serienferisch". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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