Das Buchhörnchennest

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Ich möchte mich mal wieder einer meiner favorisierten TV-Serien widmen. Grey’s Anatomy. Das letzte mal hatte ich ja über meinen Lieblingscharakter Dr. Erica Hahn (Brooke Smith) und Dr. Callie Torres (Sara Ramirez) bzw. über den Abgang von Erica Hahn geschrieben. Mittlerweile habe ich den Weggang meines Lieblingscharakters zwar nicht überwunden, aber mich doch damit abgefunden. Die Serie geht halt ohne sie weiter und entweder ich schaue weiter oder nicht. Ich hab mich ja fürs weiter gucken entschieden. Und dafür mich nicht mehr darüber zu ärgern dass Brooke Smith nicht mehr mitspielt – weil sonst darf ichs halt nicht gucken. Und da möchte ich auch ansetzen, nämlich an dem After-Erica Leben von Callie und ihrer Begegnung und Beziehung mit Arizona Robbins (Jessica Capshaw). Da ich erst einmal nur über die 5. Staffel schreiben werde und diese bereits in Deutschland ausgestrahlt wurde, benutze ich dieses mal nicht die Spoilertags. Diese setze ich dann erst für die 6. Staffel ein über die ich dann natürlich demnächst auch gern ein paar Worte verlieren würde.

Aber erstmal zurück zu Erica. Die war weg. Verschwunden in den unendlichen weiten des Parkplatzes und ab da war sie nimmer mehr gesehen. Eine Folge später war sie dann einfach nicht mehr da. Naja gut, es wurde gesagt sie habe gekündigt. Das löste bei Cristina Yang, der ehrgeizigen Assistenzärztin die nie richtig warm mit Dr. Hahn geworden war, erst einmal Freude aus, bis sie die Nachfolgerin von Dr. Hahn traf. Callies Nerven lagen indes blank. Mark (der plastische Chirurg mit dem sie auch schon das ein oder andere mal die Matratze geteilt hatte) versuchte sie zu trösten und Cristina ging zum ersten mal auf dass Callie und Erica wohl mehr als Freunde waren. Was irgendwie ganz süß war.

Danach hat sie dann erst einmal trübsal geblasen, bzw. ein wenig längeren Blickkontakt mit einer Anfängerin (also eine Ärztin im ersten Jahr) ausprobiert. Ihr Kollege und bester Freund Mark hingegen beließ es bei einer anderen Anfängerin nicht beim Blickkontakt. So wurde aus ihren Buddy und Lexie Grey (der Name ist nicht zufällig, denn sie ist die kleine Schwester von der Hauptfigur Meredith Grey) schnell etwas ernsteres was Callie dann noch mehr betrübte weil sie sich noch einsamer fühlte als ohnehin schon.

Das war der Zeitpunkt in dem Arizona Robbins in ihr Leben trat. Wer den Namen vorher noch nie in der Serie gehört hatte kann beruht sein, die gute spielte auch erst seit ein paar Folgen mit. Arizona war die neue Kinderchirurgin des Klinikums. Blond, strahlend, kinderlieb (logisch bei ihrem Fach), kommunikativ, liebenswert und irgendwie ein bisschen quirlig hatte sie bisher vor allem mit Miranda Bailey (eine Art Mentorin der jungen Ärzte) zu tun.

In der Damentoilette der Stammkneipe aller Ärzte des Krankenhauses traf sie auf Callie die gerade wieder depremiert war. Sie stellte sich ihr vor und sagte sie habe schon viel von Callie gehört weil die Leute über sie reden und dass es eigentlich was gutes ist was sie da sagen und dass es Menschen gibt denen Sie nicht unwichtig ist. Und dass wenn sie nicht mehr depremiert ist die Leute schlange stehen werden. Als Callie, nicht sonderlich aufgeheitert, dann wissen wolle wer denn da bitte stehen würde, küsste sie Callie. Einfach so. Wir fügen also ein großes SPONTAN auf der Liste von Arizona Robbins Eigenschaften hinzu. Und liebenswert unterstreichen wir dick.

Im Verlauf der nächsten Folgen erfahren wir dass das Callie wohl ein wenig wach gerüttelt hat. Sie scheint sich für Arizona zu interessieren, die aber erst einmal einen Rückzieher macht als sie erfährt dass Erica ihre erste Freundin war. Und dabei hatte sie noch nicht einmal Callies Panikattacken miterlebt. Callie wiederum ist, wie auch ich, der Meinung dass das gar keine Rolle spielt.
Arizona sah dass dann doch auch ein und so kam es dass die beiden dann doch noch ein Date hatten. Relativ ungewöhnlich, und damit meine ich dass ich positiv überrascht bin, fand ich dass Arizona tatsächlich von Anfang an als lesbisch dargestellt wird und im Gegensatz zu Callie auch wirklich nur Frauen präveriert hat. Zu dem Thema finde ich übrigens dass man Callie ruhig das Wort „Bisexuell“ hätte zugestehen können, denn immerhin ist sie ja auch mal verheiratet gewesen.

Bei dem Date blieb es dann auch nicht, die beiden schienen langsam gefallen aneinander zu finden und sahen sich wohl öfter. Das war dann auch so der Ist-Stand als Callies Vater auftauchte. Der war nicht sonderlich einverstanden mit der neuen Wahl seiner Tochter. So richtig gar nicht. In die Richtigung „Auf gar keinen Fall“ was bei Mr. Torres, der wohl sehr wohlhabend ist, auch hieß „Nicht mit meinem Geld“ und so kappte er Callie erstmal den Geldhahn bzw. die Leitung zum Trust Fond.
Hier war dann Callie mit der bitteren Tatsache konfrontiert dass ihre Familie nicht notwendigerweise akzeptieren muss was sie selbst glücklich macht. Etwas was ja leider auch für viele Schwulen und Lesben Realität ist. Und ich denke die Idee mit dem Druckmittel Geld ist auch nicht weit her geholt. Callie hat dann die schwere Entscheidung getroffen und weiter zu Arizona gehalten was ein Nein zu dem Geld (und damit ihrem bisherigen Lebenstil) aber vor allem auch zu ihrer Familie war. Das hört sich vielleicht sinnig an, dass man zu der Person die man sich selbst aussucht und für die man Gefühle hegt steht und sich nicht von den Wünschen anderer leiten lässt, andererseits ist das halt auch ein sehr schwerer Gang.

Schwere Gänge machen einen nicht gerade umgänglicher und so war Callie auch nicht unbedingt ein fröhlicher Sonnenschein und durch den Mangel an Geld bzw. die Tatsache dass sie das Arizona so erstmal nicht klar gemacht hat, gab es auch etwas Spannung zwischen den beiden. Ich finde hier kommt dann auch der Punkt wo man eine weitere herausragende Eigenschaft von Arizona festhalten muss. Sie hackt nach, kommt immer wieder auf ein Thema zurück und geht Problemen nicht aus dem Weg. So habe ich das jedenfalls empfunden. Als Callie recht schlecht gelaunt war und die Begründung Arizona nicht schlüssig war, hat sie halt, statt ihren Missmut nun an anderen auszulassen (wie es Erica damals getan hatte) versucht wieder mit Callie zu reden bis sie dann rausbekam, was Callie eigentlich bedrückte. Die Energie und Geduld muss man erst einmal am Anfang einer Beziehung aufbringen.

Zum Ende der Staffel, wo es um den anstehenden Militäreinsatz von Callies Ex-Mann George ging, und Callie und Arizona da unterschiedlicher Meinungen waren, suchte auch Arizona wieder das Gespräch und erklärte sich und ihren Standpunkt genauer, den Callie so im ersten Moment nicht hinterfragt hatte. Das spricht für mich wiederum dafür dass Arizona doch eher überlegt an die Sache ran geht, bereit ist zu kommunizieren und auch permanent das Gespräch sucht. Was sie im Vergleich zu der eher introvertierten Erica natürlich in diesem Punkt zu einer besseren Partnerin für Callie macht.

Alles in allem finde ich Arizona ausgesprochen sympatisch und habe von vielen anderen gehört dass es Ihnen ähnlich geht. Deswegen war ich auch recht froh, dass Jessica Capshaw von ihren ursprünglichen vorgesehenen 3 Folgen, letztendlich in den Hauptcast mit aufgenommen wurde. Arizona ist halt ein Charakter den man gerne sieht. Letztendlich muss ich aber sagen dass ich Erica immer noch interessanter fand. Sie hatte halt mehr Ecken mehr Kanten, hatte die Bürde sich in einer eher Männer dominierten Welt durchsetzen zu müssen und es war halt schwieriger Erica ins Herz zu schließen als Arizona. Ich fand Sie auch im Bezug auf Callie irgendwie interessanter, da sie ja eh ein Mensch war der nicht so mit anderen konnte. Also ich persönlich wäre lieber mit jemanden wie Arizona zusammen, spannender finde ich aber jemanden wie Erica in einer Beziehung zu sehen. Ich habe mich auch oft gefragt was Erica wohl in einigen Situationen getan hat, z.B. bei Callies Vater, wo Arizona ja eher passiv war und letztendlich auch Mark helfen musste, was auch zeigte wie jung, zaghaft und vorsichtig die Verbindung (Beziehung konnte man es ja noch gar nicht richtig nennen) der beiden noch war. Wäre Erica genauso gewesen? Oder hätte sie Callies Vater die Meinung gegeigt. Ich schätze mal auch sie wäre eher passiv gewesen, wobei Erica als Erscheinung ja schon autoritärer war.

Letztendlich bin ich aber froh dass Callie wieder jemanden gefunden hat und dann auch noch eine so liebeswerte Person wie Arizona. Ich hoffe sie haben noch viele gemeinsame Folgen miteinander und viel viel Screentime. Oder seht ihr das anders?

Wer sich die bisher gelaufenen Szenen mit Calzona (so werden die beiden genannt) anschauen will der kann das am besten bei youtube tun und wer es lieber nachliest, dem empfehle ich z.B. die Mini-Caps von afterellen.com.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Mittwoch, 21. Oktober 2009 und wurde abgelegt unter "Lesbisches Allerlei, Serienferisch". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

2 Kommentare

  1. Feylamia:

    Arizona geht gar nicht, finde ich. Aber vielleicht bin ich auch einfach zu voreingenommen weil ich Capshaws L-Word-Charakter so furchtbar fand. *g* Und ich hab auch nicht nicht so viel Calzona gesehen, nur ein paar kurze Ausschnitte. 🙂

  2. Bioschokolade:

    Also ich muss zugeben, dass ich die Geschichte auch Anfangs eher kritisch gesehen habe. In The L-Word hatte mir Jessica Capshaws auch nicht besonders gefallen, aber das lag ja mehr an der Rolle als an der Person ansich, jedenfalls bei mir. Aber Arizona mag ich irgendwie, find ich den Charakter wirklich sehr liebenswert. Halt so sonnenscheinmäßig und überemotional. Passt gut zu ihr. Besser als die Studentin von Bette. Aber das ist natürlich auch eher Geschmackssache.

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